Call for Papers: RpB-Special Issue

2020-11-05

Kinder und Jugendliche wachsen in einer Welt auf, deren Zukunft völlig offen ist. Die ökologischen Herausforderungen sind immens, die planetaren Grenzüberschreitungen so groß, dass niemand weiß, inwiefern zukünftig ein (gutes) Leben für alle noch möglich sein wird. Was Heranwachsende wissen und können müssen, wie sie handeln und gestalten können, um diese Herausforderungen zu bewältigen, zeichnet sich nur schemenhaft ab.

In bildungswissenschaftlichen Debatten werden angesichts dieser Situation verstärkt Kategorien wie Hoffnung und Katastrophen(didaktik), Engagement und Resilienz, Apokalyptik und Dys-/Utopie, Gefühle und Spiritualität, Gerechtigkeit und Umkehr, Widerstand und Emanzipation angewendet, die zugleich religiös anschlussfähig oder religiösen Ursprungs sind.

In dem Special Issue werden aus interdisziplinärer Perspektive diese und vergleichbare Kategorien in Hinblick auf ihre Relevanz für eine (religiöse) Bildung für nachhaltige Entwicklung reflektiert. Zudem soll gefragt werden, welche pädagogischen Ansätze, Projekte und didaktischen Versuche in schulischen und außerschulischen Feldern vorliegen bzw. diskutiert werden.

Angefragt sind insbesondere Beiträge aus den Bereichen politische Bildung, Kritische Bildung und Erziehungswissenschaften/Pädagogik, Philosophiedidaktik, Didaktik der Sozial- und Gesellschaftswissenschaften sowie Religionspädagogik und Theologie.

In der interdisziplinären Auseinandersetzung um (religiöse) Bildung für eine nachhaltige Entwicklung eröffnen sich folgende exemplarische Themen- und Fragestellungen:

  • Welche Bedeutung haben Kategorien wie Hoffnung oder Apokalyptik für Bildungsprozesse im Zeichen der ökologischen Krise?
  • Inwiefern bieten theologische Kategorien (wie Eschatologie/ma‘ad, Apokalyptik/‘alamat as-sa‘a, Umkehr/Teschuwa oder Achtsamkeit) Deutungs- und Handlungsperspektiven angesichts ökologischer Katastrophen?
  • Sind die großen Erzählungen tatsächlich an ihr Ende gelangt? Worauf werden Bildungsprozesse dann angesichts der ökologischen Katastrophe orientiert? Welche Narrative bieten sich an?
  • Welche Bedeutung kommt Gefühlen, Erfahrungen und der Spiritualität in der Bildung für nachhaltige Entwicklung zu?
  • Inwiefern sind Religion und Spiritualität auch eine Ressource für Resilienz in einer ökologischen Krisenzeit?
  • Inwiefern können Themen um nachhaltige Entwicklung im Unterrichtsprozess normativ verhandelt und Werte wie (Klima-)Gerechtigkeit und Solidarität normativ eingebracht werden?
  • Wie sollten bzw. müssen (religiöse) Bildungsprozesse im Überschneidungsbereich von Religion und Politik angelegt sein?
  • Inwiefern sind Widerstand und ziviler Ungehorsam (z.B. von Klimastreiks) als pädagogische relevante Orte und Formen zu reflektieren?

Wir laden Sie herzlich ein, einen Beitrag zu der Thematik des Heftes einzureichen.

Wenn Sie Interesse haben, einen Artikel zu publizieren, bitten wir um eine kurze Ankündigung Ihres Beitrags mit dem Titel und einer kurzen Beschreibung (max. 200 Worte) bis 31.12.2020 an  helena.stockinger@lmu.de Sie werden dann eine kurze Rückmeldung von uns erhalten.

Die eingereichten Artikel sollten eine Länge von 30.000 Zeichen (inkl. Abbildungen, Tabellen und Anhängen, ohne Literaturverzeichnis) nicht überschreiten.

Bitte reichen Sie Ihren Artikel bis 31.5.2021 auf folgender Homepage ein: https://www.rpb-journal.de/index.php/rpb/about/submissions Melden Sie sich hierfür auf der Plattform an. Sollten hierbei Fragen auftreten, wenden Sie sich gerne an Prof. Dr. Konstantin Lindner (konstantin.lindner@uni-bamberg.de).

Der Artikel durchläuft ein double-blind Peer-Review-Verfahren. Bei erfolgreicher Begutachtung wird der Artikel kostenlos und unbeschränkt („open access“) im Special Issue 2/2021 der Religionspädagogischen Beiträge veröffentlicht.

Die Informationen für die Autor*innen sind auf der RpB-Homepage unter "Einreichungen" ersichtlich: https://www.rpb-journal.de/index.php/rpb/about/submissions Wir bitten Sie, die Manuskriptrichtlinien zu beachten.

Zeitplan:

Einreichung des Abstracts (max. 200 Worte) bis 31.12.2020 (helena.stockinger@lmu.de) | Rückmeldung zum Abstract bis 15.1.2021 | Einreichung des Manuskripts: 31.5.2021 | Veröffentlichung: Heft 2/2021

Verantwortlich für die inhaltliche Konzeption dieser RpB-Ausgabe:

Prof. Dr. Claudia Gärtner | Prof. Dr. Thorsten Knauth | Prof. Dr. Helena Stockinger