Wokeness in der Kontroverse – Eine Debattenrahmung

Autor/innen

  • Lisa Jacoby TU Dortmund
  • Miguel Zulaica y Mugica TU Dortmund

DOI:

https://doi.org/10.20377/rpb-2001

Schlagworte:

Wokeness, Kontroversität, Identitätspolitik, identitätspolitische Diskurse, religiöse Bildung, politische Bildung

Abstract

Der Debattenteil „Wokeness in der Kontroverse“ rahmt zwei konträre Positionen zum gegenwärtigen Wokeness-Diskurs mit dem Ziel, einen polarisierten Streit in eine argumentativ strukturierte Kontroverse zu überführen. Die Einleitung skizziert zentrale Konfliktlinien des gesellschaftlichen Diskurses – Sprache als Machtfrage, epistemische Positionalität sowie Repräsentation und Verteilung – und konturiert deren besondere Bedeutung für den schulischen Kontext. Vorgestellt werden die Beiträge von Wolfgang Sander, der Wokeness als quasi-religiöse Bewegung mit hegemonialem Anspruch deutet, und Vera Uppenkamp, die Wokeness als normativ anschlussfähigen Bezugspunkt religionspädagogischer Positionalität analysiert. Der Debattenteil bündelt damit die zentralen Fragen, die sich aus den gegenwärtigen Konflikten um Wokeness für politische und religiöse Bildung ergeben.

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Veröffentlicht

2026-03-11

Zitationsvorschlag

Jacoby, L. und Zulaica y Mugica, M. (2026) „Wokeness in der Kontroverse – Eine Debattenrahmung“, Religionspädagogische Beiträge, 49(1), S. 1–7. doi: 10.20377/rpb-2001.